Das reale Hightech-Wunder hinter dem Dan-Brown-Szenario
Einem Wissenschaftler gelingt es, im Large Hadron Collider Antimaterie herzustellen. Prompt wird er ermordet und die Antimaterie gestohlen, um sie als Waffe einzusetzen, die die ganze Welt bedroht. Was sich wie der Beginn eines Dan Brown Thrillers anhört, ist: genau das. Aber den Large Hadron Collider (LHC) gibt es wirklich. 100 Meter unter der Erde, in einem riesigen Tunnel steht er, der derzeit größte und leistungsfähigste Teilchenbeschleuniger der Welt. Ein technisches Wunderwerk von gigantischem Ausmaß: Ein 27 Kilometer langer Ringtunnel mit hochsensiblen Detektoren. Auch Antimaterie wird hier tatsächlich erzeugt – allerdings in ungefährlichen Mengen.
Antworten auf die großen Fragen des Universums
Der LHC gehört zur bekannten europäischen Forschungseinrichtung CERN in der Nähe von Genf. Hier arbeiten renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran, die großen Fragen unseres Universums zu beantworten: Woraus besteht dunkle Materie? Warum haben Teilchen unterschiedliche Massen? Was verrät der Urknall über die Entstehung der Erde? Mit Teilchenbeschleunigern wie dem LHC erforschen sie den Aufbau und Ursprung der Materie.
Um diese Experimente durchzuführen, sind präzise Messwerkzeuge unerlässlich. Silizium-Detektoren messen die Teilchenkollisionen mit absoluter Präzision. Diese Detektoren müssen zuverlässig gekühlt werden. Die innersten Schichten der Detektoren sogar auf bis zu -55 Grad Celsius. Schon kleinste Schwankungen können Messungen verfälschen. Und hier beginnt unsere Arbeit.
Unser Beitrag: Unsichtbar, aber unverzichtbar
Seit vielen Jahren liefert LEWA hochpräzise Membrandosierpumpen für die CO₂-Kühlsysteme am CERN. Die Wahl fiel auch deshalb auf die LEWA-Pumpen, da sie ölfrei kühlen. Die Pumpen sorgen für einen gleichmäßigen, exakt geregelten Volumenstrom – rund um die Uhr, unter extremen Anforderungen und maximal zuverlässig. Kühlung ist kein Nebenaspekt, sondern zentral für den wissenschaftlichen Erfolg.
Remote Design für höchste Anforderungen
Auch bei der geplanten Modernisierung von 2026 bis 2029 setzt das CERN auf ein zweiphasiges CO2 -Kühlsystem von LEWA. Das System bietet hohe Wärmeübertragung bei niedriger Viskosität und ist damit ideal für die hohen Anforderungen geeignet. Doch wie transportiert man flüssiges CO2 präzise und sicher durch ein komplexes Netzwerk von Transferleitungen bis zu den empfindlichen Sensoren? Die extrem niedrigen Betriebstemperaturen von -55°C stellen besondere Anforderungen an die Pumpen. Das Antriebssystem darf nicht mit dem eiskalten CO2 in Kontakt kommen. Dafür arbeiten die Ingenieurinnen und Ingenieure von LEWA mit einem speziellen Remote Design, bei dem Ventilkopf und Antrieb räumlich getrennt sind. Eine integrierte Pendelleitung sorgt dafür, dass sich das Hydrauliköl erwärmen kann, bevor es die Antriebseinheit erreicht.
Zusätzlich mussten die Expertinnen und Experten von LEWA Materialien finden, die bei diesen Temperaturen nicht spröde werden. Dafür setzten sie auf größere Membranköpfe, die die mechanische Belastung reduzieren, auf ein spezielles Silikonöl mit passenden Dichtungen sowie auf PTFE-Beschichtungen an kritischen Stellen. Letztere verhindern, dass CO2 austritt, denn selbst kleinste Leckagen würden die empfindlichen Warnsysteme auslösen und das gesamte Experiment stilllegen.
Auch die Messpunkte für die CERN-Instrumente wurden speziell angepasst, um präzise Überwachung zu garantieren. So sorgen diese Lösungen dafür, dass das Experiment sicher und zuverlässig läuft.
Partnerschaft auf Augenhöhe
Projekte wie diese entstehen nicht über Nacht. Sie verlangen jahrelange Entwicklungsarbeit, Fachwissen und ein hohes Verantwortungsbewusstsein. Für uns bei LEWA geht die Arbeit auch nach Auslieferung der Pumpen weiter. Gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern vor Ort untersuchen wir die Standzeit der Anlagen unter Realbedingungen. Eine Anregung des CERN, die unsere enge Zusammenarbeit unterstreicht. Beide Seiten profitieren von diesem Wissensaustausch.
Menschen hinter der Technik
Das Besondere an unserer Arbeit sind nicht nur unsere Produkte, sondern die Menschen, die sie entwickeln. Ingenieurinnen und Ingenieure, Techniker, Konstrukteurinnen und Spezialisten, die mit Sorgfalt, Erfahrung und Neugier arbeiten. Unsere Mitarbeitenden wissen genau, wo ihre Pumpen und Systeme eingesetzt werden. Sie kennen die Anforderungen der Forschungsteams, die Besonderheiten der Experimente und die Konsequenzen jeder technischen Entscheidung.
Arbeit für die Spitzenforschung
Für die Spitzenforschung zu arbeiten, bedeutet auch, langfristig zu denken. Am CERN wird nichts dem Zufall überlassen. Diese Haltung prägt auch unsere Arbeitsweise bei LEWA. Wir setzen auf:
- sorgfältige Entwicklung statt schneller Kompromisse
- fachliche Tiefe statt kurzfristiger Trends
- Vertrauen in Expertise und Erfahrung
Die Technologien, die wir für das CERN und den LHC entwickeln, wirken weit über dieses Projekt hinaus. Sie fließen in Anwendungen in der Industrie, der Energieversorgung, der Medizin und anderen High-End-Bereichen ein.
Wer bei uns arbeitet, entwickelt Lösungen, die Bestand haben. Neue Impulse aus einem internationalen Umfeld fördern den Austausch und erweitern den eigenen Horizont.
Bist du bereit, Teil von LEWA zu werden?
Unsere Ansprechpartnerin hilft dir gerne weiter – direkt und persönlich.